Der geile Bub

Der perverse Bub
Kinder sind, notfalls mit Gewalt, von „Aufklärungsbüchern“ fernzuhalten!

In der Abteilung „Wissenschaft“ der von Frau Gudrun und mir geleiteten Bibliothek saß vor einiger Zeit ein ungefähr neunjähriger Knabe und zeichnete beflissen Tabellen aus einem unsittlichen Fortpflanzungsbuch ab! Frau Gudrun und ich, ohne Absprache, sofort hin. Ich schlug dem Bengel mit meinem Zeigestock, den ich stets bei mir führe, auf die Finger und die unzüchtige Lektüre fiel ihm aus der Hand. Frau Gudrun, nicht faul, riss dem Kerlchen an Haaren und Ohren, bis es schrie.

Ich, in selbstgerechter Rage, schlug weiterhin mit dem Stock zu. Schließlich blutete die Nase des Buben und er rannte laut brüllend aus der Bücherei. Dem hatten wir ein für allemal die geile Lektüre aus dem Sinn gebracht! Doch nun der heitere Moment: Kurze Zeit später erschien die Lehrerin des Knaben. Er habe von ihr, so die gute Frau, den Auftrag erhalten, die Mendelschen Vererbungs-Theorien abzuschreiben; nun sei er verletzt und weinend ins Klassenzimmer gestürmt. Wer ihn denn so geschlagen habe…?

Frau Gudrun und ich, in hochanständiger Solidarität, meinten, wir wüssten von nichts und hätten auch nichts bemerkt. Ich drehte meine Daumen, blickte an die Decke und konnte mir ein klammheimliches Schmunzeln nicht verkneifen. Auch moralische Menschen können sich halt mal irren…

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