Gastautor Hans-Hermann Pöter: „Schwangerschaft ist kein Kavaliersdelikt!“

Hans-Herman Pöter
Hans-Hermann Pöter hat nicht nur eine Glatze, sondern auch hochmoralische Ansichten!

Meine letzte unangenehme Begegnung mit einer sogenannten schwangeren Frau liegt nicht allzu lange zurück. Ich stieg in die Straßenbahn (Fußgängerzone Gelsenkirchen-Buer), wo alle Sitzplätze belegt waren. Gleich vorne links saß eine von diesen Damen, die unbedingt meint, in der heutigen Zeit noch Kinder bekommen zu müssen. Ihr Bauch war kugelrund, bestimmt war sie schon im 8. Monat in diesem Zustand, wie ich es mal freundlich ausdrücken will.

Da ich stark übergewichtig bin und aufgrund lang anhaltender Arbeitslosigkeit nicht gewohnt bin, längere Zeit zu stehen, riss ich an der Jacke der Schwangeren herum, zum Zeichen, dass sie für mich aufstehen soll. Aber sie dachte nicht daran, sondern zeterte lauthals, was mir denn einfiele und ähnliches Gesülze. Andere Passagiere der Straßenbahn mischten sich ein. Ein frecher Ausländer drohte mir sogar Schläge an. Soweit sind wir also in Nordrhein-Westfalen, dass ein alter Mann nicht sitzen kann, nur weil eine junge Frau krank ist.

Gleich nach dem Krieg war das noch anders. Damals wohnte ich in einem 40er-Jahre Feuchtbau, die Miete zahlte die Wohlfahrt. Wohnraum war knapp, und als nebenan in dem Miethaus eine Wohnung frei wurde, zog eine Frau ein. Erst dachte ich, sie sei dick, so wie ich, aber dann merkte ich, dass sie schwanger war! Ich forderte sie auf, auszuziehen, denn Schwangere hätten aufgrund eines BGB-Paragraphen keinen Anspruch auf Wohnraum, log ich ihr vor.

Doch trotzdem blieb sie dreist  nebenan wohnen. Immer wieder beschwerte ich mich daraufhin schriftlich bei der Wohnbaugesellschaft. Der zu erwartende Kinderlärm würde schließlich uns andere Mieter vertreiben. Zum Glück hatte die Wohnbaugesellschaft ein Einsehen und kündigte der Schwangeren. Da sie sich keinen Rechtsanwalt leisten konnte musste sie in ein überfülltes Notaufnahmelager ziehen. Meine Zivilcourage wurde also belohnt. Daran kann sich die verlotterte Jugend von heute mal ein Beispiel nehmen.

Ein Kommentar zu „Gastautor Hans-Hermann Pöter: „Schwangerschaft ist kein Kavaliersdelikt!“

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  1. Sehr geehrter Herr,

    Ihre Depesche ist eine geistiger Hochgenuß. Sie zeigen Courage und das trotz Ihres nicht einfachen Schicksals. Arbeitslos sind Sie doch nur gewesen, weil unterbelichtete Frauen aus Gründen der Quote Ihre Arbeitsplätze weggenommen haben. Zudem sind Sie anderen geistig hoch überlegen. Merken Sie sich das.
    Ihr Beitrag ist ein großes Werk eines geistig unabhängigen Menschen, der zudem investigativ geprägt ist.

    Herzlichst, Ihr überzeugter Leser

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